Einen Tag mit dem Abgeordneten im Wahlkreis unterwegs. Rainer Striezel begleitete Lothar Binding im Wahlkampf.

Wie jedes Jahr helfen weit mehr als hundert Menschen aus der Weststadt und der Umgebung mit, ein tolles unvergessliches Fest zu gestalten. Sie tun das wie immer ohne Entgelt, damit die Oranisatoren einen Erlös erzielen können, der gemeinnütziger Arbeit zugute kommt. Mittendrin Lothar Binding.

Die Tanzsportabteilung der Turn- und Sportgemeinde 1862 Weinheim e.V. organisierte einen Benefizball für ein krebskrankes Mitglied. Aufgrund eines ungünstigen Krankheitsverlaufes ist die schulmedizinische Behandlung eingestellt worden. So bleibt nur ein kostenintensiver Weg der alternativen Behandlung zur Schmerzlinderung und Heilung.

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Mathias Kohler begrüßte die zahlreichen Anwesenden im Volkshaus Neckarau sehr herzlich zur Diskussion über Turbokapitalismus und Staatsfinanzen. Stefan Rebmann und der Ortsverein Neckarau hatten den Finanzexperte Lothar Binding, MdB, zur Gesprächsrunde rund um die Finanzkrise eingeladen.
Um zu klären, wie politisch auf die Krise zu reagieren sei, müsse man die Ursachen der Krise verstehen, erklärte der Finanzexperte Binding. In einem sehr kurzweiligen und anschaulichen Vortrag identifizierte er als eine Hauptursache die so genannten „toxischen“ Produkte - d.h. Produkte, in denen Kreditverträge und Kreditversicherungsverträge in einem Produkt derartig zusammengefasst und „verbrieft“ seien, dass niemand mehr den eigentlichen Wert des Produktes erkennen konnte. In Deutschland würden solche Produkte von der BaFin beaufsichtigt, BASEL II, eine der wichtigsten Sicherheitsregeln werde im Ausland nicht überall angewandt. „Der Bankkunde verlässt sich hierzulande auf gute Beratung und darauf, dass er ein deutsches Produkt bekommt, was aber oft gar nicht der Fall ist“, beschreibt Binding das Problem für den deutschen Verbraucher.
"Wir müssen daher dem Kunden aufschreiben, welches Produkt ihm angeboten wird. Wir brauchen stärkere Regulierung“, benennt Binding die notwendige politische Reaktion. Des Weiteren forderte er ein gänzliches Verbot bestimmter Produkte – international müsse abgestimmt werden: die Verbesserung des Risikomanagements in Banken, eine verstärkte Besicherung, die Umstrukturierung von Managergehältern und bis zu einem bestimmten Prozentsatz den Verbleib von Risiken im eigenen Haus, also der Bank. Leider, so Binding mit Blick auf die Arbeit in der Großen Koalition, sehe Bundeskanzlerin Angela Merkel die Finanzkrise offenbar nur als eine Art „Betriebsunfall“, um nach der Krise weitermachen zu können wie bisher.
Viele Anmerkungen und Rückfragen der Anwesenden zögerten das geplante Ende der Veranstaltung lange hinaus, so dass Lothar Binding über die Diskussion um ein Haar seinen Zug zurück nach Berlin verpasste. Angesichts des lebhaften Interesses versprach er aber wiederzukommen und Stefan Rebmann und Mathias Kohler dankten dem Finanzexperten sehr herzlich.

Auf der Landesdelegiertenkonferenz der SPD AG 60plus Baden-Württemberg wurde Lothar Binding zum neuen Landesvorsitzenden gewählt.
Der Heidelberger Bundestagsabgeordnete tritt die Nachfolge von Konstanze Wegner an, die nicht mehr kandidiert hatte. Stellvertreter sind Dietmar Braun (Lörrach) und Marga Elser (Ostalb). „Raus aus dem Schneckenhaus“, forderte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Claus Schmiedel MdL, seine Parteigenossen in seiner Rede auf. Bei zahlreichen Themen im Land habe die SPD breite Unterstützung in der Gesellschaft. Es gelte, die Menschen mit ihren Problemen abzuholen.
Konstanze Wegner, die die SPD 60plus sechs Jahre lang geführt hatte, rief in ihrer Abschiedsrede die Partei zu „mehr Mut, mehr Klarheit, mehr Ehrlichkeit“ auf. Sie sprach sich für eine Anhebung des Spitzensteuersatzes aus. Für die Bundestagswahl solle sich die SPD auf wenige zentrale Themen beschränken.